Deine Existenz sichern: Alles zum Berufsunfähigkeitsschutz

Du arbeitest hart für deine Träume, dein Zuhause und die Geborgenheit deiner Familie. Doch was passiert, wenn der Motor deines Lebens – deine Arbeitskraft – plötzlich ausfällt? Ein durchdachter Berufsunfähigkeitsschutz ist das stabilste Fundament für deine finanzielle Freiheit und die wichtigste Absicherung, die du jemals abschließen wirst.

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Basiswissen Berufsunfähigkeit: Was du wissen musst

Basiswissen Berufsunfähigkeit: Wichtige Fakten, die Sie kennen sollten. Schützen Sie Ihre Zukunft!

Dein wertvollstes Gut: Warum deine Arbeitskraft mehr wert ist als jedes Auto

Hast du dich jemals gefragt, was dein wertvollster Besitz ist? Die meisten Menschen denken sofort an ihr Eigenheim, ihr Auto oder vielleicht an wertvolle Erbstücke. Doch wenn du genauer hinsiehst, ist es etwas ganz anderes: Es ist deine Fähigkeit, jeden Morgen aufzustehen und durch deine Arbeit ein Einkommen zu erzielen. Über ein gesamtes Berufsleben hinweg erwirtschaftest du in der Regel eine Summe in Millionenhöhe. Deine Arbeitskraft ist die Maschine, die alles andere in deinem Leben erst möglich macht – von der Miete über den Urlaub bis hin zur Altersvorsorge.

Ein Ausfall dieser „Einkommensmaschine“ durch eine schwere Krankheit oder einen Unfall kann das gesamte Lebenskonstrukt ins Wanken bringen. Während wir unsere Autos voll kaskoversichern und unser Handy gegen Glasbruch schützen, wird das größte finanzielle Risiko oft unterschätzt. Ein Berufsunfähigkeitsschutz ist keine bloße Versicherungspolice; er ist ein Versprechen an dich selbst und deine Liebsten, dass das Leben auch dann weitergeht, wenn die Gesundheit einmal nicht mitspielt. Es geht darum, deine Würde, deinen Lebensstandard und deine Unabhängigkeit zu bewahren, egal was kommt.

In unserer modernen Arbeitswelt sind die Gefahren subtiler geworden. Es sind nicht mehr nur die schweren Unfälle auf Baustellen, die zur Berufsunfähigkeit führen. Heute sind es vor allem psychische Belastungen, Burnout oder chronische Leiden, die Menschen aus der Bahn werfen. Diese Risiken treffen den Chirurgen genauso wie die Softwareentwicklerin oder den Lehrer. Der Schutz deiner Arbeitskraft ist daher ein universelles Thema, das jeden betrifft, der von seinem Gehalt lebt.

Die bittere Realität: Warum der Staat dich im Ernstfall allein lässt

Viele Menschen wiegen sich in einer gefährlichen Sicherheit und vertrauen darauf, dass der Staat im Falle einer Erwerbsunfähigkeit einspringt. Doch die Realität sieht ernüchternd aus. Wer nach dem 1. Januar 1961 geboren wurde, hat keinen Anspruch mehr auf die gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente. An ihre Stelle ist die Erwerbsminderungsrente getreten, die jedoch an extrem harte Bedingungen geknüpft ist. Hier zählt nicht mehr, ob du deinen erlernten Beruf noch ausüben kannst, sondern nur noch, wie viele Stunden du theoretisch irgendeine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt verrichten könntest.

Wenn du beispielsweise als spezialisierter Ingenieur arbeitest, aber theoretisch noch drei Stunden am Tag als Pförtner oder in einer Poststelle arbeiten könntest, erhältst du unter Umständen gar keine oder nur eine sehr geringe staatliche Unterstützung. Selbst wenn du die volle Erwerbsminderungsrente beziehst (bei einer Arbeitsfähigkeit von unter drei Stunden täglich), liegt diese im Durchschnitt weit unter dem Sozialhilfeniveau. Für die meisten bedeutet das den sofortigen sozialen Abstieg. Ein privater Berufsunfähigkeitsschutz schließt diese gigantische Versorgungslücke und sorgt dafür, dass du nicht zum Bittsteller beim Amt wirst.

Die harten Fakten zur staatlichen Absicherung

Die staatliche Erwerbsminderungsrente ist eine Minimalabsicherung. Sie orientiert sich nicht an deinem Lebensstandard, sondern an einer mathematischen Formel, die oft nur etwa 30 bis 40 Prozent deines letzten Bruttoeinkommens abdeckt. Davon müssen dann noch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge sowie Steuern gezahlt werden. Übrig bleibt ein Betrag, der kaum zum Überleben reicht, geschweige denn zur Bedienung eines Immobilienkredits oder zur Finanzierung der Ausbildung deiner Kinder.

Zudem ist der Weg zur staatlichen Rente steinig. Die Ablehnungsquoten sind hoch, und die medizinischen Prüfungen sind langwierig und oft belastend. Ohne eine private Zusatzabsicherung bist du im Ernstfall einem bürokratischen Prozess ausgeliefert, dessen Ausgang ungewiss ist. Mit einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung nimmst du dein Schicksal selbst in die Hand und definierst die Bedingungen deines Schutzes nach deinen eigenen Vorstellungen.

Die häufigsten Ursachen: Es trifft nicht nur die anderen

Ein weit verbreiteter Irrtum ist der Glaube, Berufsunfähigkeit sei eine Folge von spektakulären Unfällen. Die Statistik spricht eine andere Sprache. Nur etwa 10 Prozent aller Fälle von Berufsunfähigkeit sind auf Unfälle zurückzuführen. Die überwältigende Mehrheit von 90 Prozent resultiert aus Krankheiten. Dabei hat sich das Bild in den letzten zwei Jahrzehnten dramatisch gewandelt. Körperlicher Verschleiß ist zwar immer noch ein Faktor, aber psychische Erkrankungen haben sich zur Ursache Nummer eins entwickelt.

Der Leistungsdruck, die ständige Erreichbarkeit und die Komplexität der modernen Arbeitswelt fordern ihren Tribut. Depressionen, Angststörungen und Burnout-Syndrome können jeden treffen – unabhängig von Alter, Geschlecht oder Position. Wenn die Seele nicht mehr kann, ist an ein normales Arbeiten oft über Jahre hinweg nicht zu denken. Hier zeigt sich die Stärke eines guten Berufsunfähigkeitsschutzes: Er leistet auch dann, wenn keine sichtbare körperliche Verletzung vorliegt, aber die Arbeitskraft dennoch erloschen ist.

Ursachen für Berufsunfähigkeit im Überblick

Ursache Anteil (ca.) Beispiele
Nervensystem & Psyche 31 % Burnout, Depressionen, Angststörungen
Skelett & Bewegungsapparat 20 % Bandscheibenvorfälle, Arthrose, Rheuma
Krebserkrankungen 18 % Bösartige Neubildungen aller Art
Herz- & Gefäßsystem 7 % Herzinfarkt, Schlaganfall, Bluthochdruck
Unfälle 10 % Verkehrsunfälle, Freizeitunfälle
Sonstige Erkrankungen 14 % Stoffwechselstörungen, Infektionen, Atemwege

Diese Zahlen verdeutlichen, dass das Risiko allgegenwärtig ist. Niemand ist immun gegen Krebserkrankungen oder psychische Krisen. Wer heute gesund ist, hat die beste Ausgangslage, um vorzusorgen. Denn Versicherungen für den Fall der Berufsunfähigkeit können nur dann abgeschlossen werden, wenn noch keine gravierenden Vorerkrankungen bestehen. Warten ist hier die riskanteste Strategie von allen.

Wie der Berufsunfähigkeitsschutz funktioniert: Die 50-Prozent-Regel

Doch was bedeutet „berufsunfähig“ eigentlich genau? In der privaten Versicherungswelt gilt in der Regel die 50-Prozent-Regel. Du giltst als berufsunfähig, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, infolge von Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall voraussichtlich dauerhaft (meist für mindestens sechs Monate) zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kannst.

Das Besondere hierbei ist der Fokus auf deinen konkreten Beruf. Es wird nicht geprüft, ob du noch als Kassierer arbeiten könntest, wenn du eigentlich Chirurg bist. Es zählt deine individuelle Tätigkeit mit all ihren Facetten. Wenn du durch ein Rückenleiden nicht mehr lange stehen oder sitzen kannst, und dies 50 Prozent deiner täglichen Aufgaben ausmacht, tritt der Versicherungsfall ein. Ab diesem Moment zahlt die Versicherung die vereinbarte monatliche Rente – und das so lange, wie die Berufsunfähigkeit besteht, maximal bis zum Ende der Vertragslaufzeit.

Die Bedeutung des Prognosezeitraums

Früher mussten Ärzte oft bescheinigen, dass jemand „voraussichtlich lebenslang“ nicht mehr arbeiten kann. Moderne Tarife sind kundenfreundlicher. Hier reicht eine Prognose von sechs Monaten. Das ist ein entscheidender Vorteil, denn viele Erkrankungen lassen sich medizinisch schwer über Jahre hinweg vorhersagen. Die Sechs-Monats-Frist gibt dir die Sicherheit, dass du bereits frühzeitig finanzielle Unterstützung erhältst und dich ganz auf deine Therapie und Genesung konzentrieren kannst, ohne den Druck, sofort wieder voll funktionieren zu müssen.

Wichtige Vertragsklauseln: Worauf du unbedingt achten musst

Berufsunfähigkeitsschutz ist ein komplexes Produkt. Der Teufel steckt oft im Detail der Versicherungsbedingungen. Ein günstiger Beitrag nützt dir wenig, wenn im Kleingedruckten Klauseln stehen, die eine Auszahlung im Ernstfall erschweren. Es gibt einige Qualitätsmerkmale, die einen erstklassigen Tarif von einer Basislösung unterscheiden. Wenn du dich informierst, solltest du auf diese Begriffe besonders achten.

Ein moderner Schutz muss flexibel sein und sich deinem Leben anpassen. Deine Karriere wird sich verändern, dein Einkommen wird steigen, vielleicht gründest du eine Familie oder kaufst eine Immobilie. Dein Versicherungsschutz muss mit diesen Veränderungen Schritt halten können, ohne dass du jedes Mal erneut deine Gesundheit nachweisen musst. Hier kommen die folgenden Klauseln ins Spiel.

Verzicht auf abstrakte Verweisung

Dies ist die wichtigste Klausel überhaupt. „Abstrakte Verweisung“ bedeutet, dass die Versicherung dich im Falle einer Berufsunfähigkeit auf einen anderen Beruf verweisen könnte, den du theoretisch aufgrund deiner Ausbildung und Erfahrung noch ausüben könntest – selbst wenn du dort gar keinen Job hast oder deutlich weniger verdienen würdest. Ein guter Tarif verzichtet ausdrücklich auf dieses Recht. Er leistet, wenn du in deinem Beruf nicht mehr arbeiten kannst, Punkt. Ohne diesen Verzicht ist dein Schutz nur die Hälfte wert.

Nachversicherungsgarantien

Das Leben verläuft selten in einer geraden Linie. Wenn du heute als Berufseinsteiger eine BU-Rente von 1.000 Euro vereinbarst, wird dieser Betrag in zehn Jahren bei steigenden Preisen und höherem Lebensstandard nicht mehr ausreichen. Nachversicherungsgarantien erlauben es dir, deine Rente bei bestimmten Anlässen – wie Heirat, Geburt eines Kindes, Hauskauf oder einem signifikanten Karrieresprung – ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen. Da du mit den Jahren meist nicht gesünder wirst, ist dieses Recht unbezahlbar.

Die Dynamik: Schutz gegen die Inflation

Neben den punktuellen Erhöhungen gibt es die Beitrags- und Leistungsdynamik. Damit steigen deine Beiträge und deine versicherte Rente jedes Jahr automatisch um einen gewissen Prozentsatz (z. B. 3 Prozent). So stellst du sicher, dass die Kaufkraft deiner Rente erhalten bleibt. Besonders wertvoll ist auch die Leistungsdynamik im Schadensfall (garantierte Rentensteigerung). Wenn du mit 40 berufsunfähig wirst und die Rente 25 Jahre lang beziehst, wäre eine gleichbleibende Summe am Ende aufgrund der Inflation kaum noch etwas wert. Eine garantierte Steigerung fängt diesen Wertverlust auf.

Rückwirkende Leistung

Oft dauert es einige Zeit, bis die Diagnose feststeht und der Antrag auf Berufsunfähigkeit gestellt und geprüft ist. Ein guter Versicherer leistet rückwirkend ab dem ersten Monat, in dem die Berufsunfähigkeit ärztlich festgestellt wurde. Manche Tarife zahlen sogar rückwirkend, wenn die Berufsunfähigkeit erst verspätet gemeldet wurde. Das gibt dir finanzielle Sicherheit für die Zeit der Ungewissheit.

Der Weg zum Vertrag: Die Gesundheitsprüfung meistern

Die größte Hürde auf dem Weg zu einem erstklassigen Berufsunfähigkeitsschutz ist die Gesundheitsprüfung. Die Versicherer möchten genau wissen, welches Risiko sie eingehen. Dazu musst du Fragen zu Krankheiten, Behandlungen und Operationen der letzten fünf bis zehn Jahre beantworten. Hier ist absolute Ehrlichkeit und Sorgfalt gefragt. Wer hier schlampt oder absichtlich etwas verschweigt, riskiert seinen gesamten Versicherungsschutz wegen „vorvertraglicher Anzeigepflichtverletzung“.

Es ist ratsam, vor der Antragstellung die eigenen Krankenakten bei Hausärzten und Krankenkassen anzufordern. Oft erinnert man sich nicht mehr an jede Kleinigkeit, die jedoch in der Akte vermerkt ist. Wenn du Vorerkrankungen hast, bedeutet das nicht automatisch das Aus für den Versicherungsschutz. Oft gibt es Möglichkeiten wie Risikozuschläge (du zahlst etwas mehr) oder Leistungsausschlüsse (eine bestimmte Erkrankung, z. B. der Rücken, wird vom Schutz ausgenommen). Ein spezialisierter Berater kann hier mittels anonymer Risikovoranfragen den passenden Anbieter finden.

Warum anonyme Voranfragen so wichtig sind

Wenn du einen offiziellen Antrag stellst und dieser abgelehnt wird, landet diese Information oft im Hinweis- und Informationssystem der Versicherer (HIS). Eine künftige Annahme bei einer anderen Gesellschaft wird dadurch erschwert. Bei einer anonymen Voranfrage prüfen die Versicherer deine Daten ohne deinen Namen. So erfährst du unverbindlich, welcher Versicherer dich zu welchen Konditionen annehmen würde. Dies ist der seriöseste Weg, um ohne Narben am Markt zum Ziel zu kommen.

Berufsgruppen und ihre Besonderheiten: Wer zahlt wie viel?

Nicht jeder Beruf wird von den Versicherern gleich bewertet. Die Anbieter teilen Berufe in verschiedene Risikoklassen ein. Ein Dachdecker hat statistisch gesehen ein viel höheres Risiko, berufsunfähig zu werden, als eine Steuerberaterin. Dies spiegelt sich massiv in den Beiträgen wider. In den letzten Jahren hat sich diese Differenzierung extrem verschärft. Während akademische Berufe oft sehr günstige Konditionen erhalten, müssen Handwerker oder Menschen in sozialen Berufen oft tief in die Tasche greifen.

Doch auch innerhalb einer Berufsgruppe gibt es Unterschiede. Manche Versicherer bewerten zum Beispiel den Anteil der Bürotätigkeit bei einem Ingenieur sehr positiv, während andere nur das allgemeine Berufsbild sehen. Ein Vergleich lohnt sich hier immer. Auch für spezielle Gruppen wie Beamte gibt es Besonderheiten zu beachten.

Die Dienstunfähigkeitsklausel (DU) für Beamte

Beamte haben einen Sonderstatus. Sie werden nicht „berufsunfähig“, sondern durch ihren Dienstherrn „dienstunfähig“ geschrieben. Ein normaler BU-Tarif reicht hier oft nicht aus, da die Definitionen voneinander abweichen können. Beamte benötigen einen Tarif mit einer echten Dienstunfähigkeitsklausel. Diese besagt, dass die Versicherung der Entscheidung des Dienstherrn folgt: Wird der Beamte wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt, zahlt die Versicherung ohne eigene medizinische Nachprüfung. Dies ist für Lehrer, Polizisten oder Verwaltungsbeamte ein unverzichtbarer Baustein.

BU-Schutz für Studenten und Auszubildende

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Abschluss? Die Antwort ist einfach: So früh wie möglich! Studenten und Azubis haben zwar noch kein hohes Einkommen, aber sie sind jung und in der Regel gesund. Wer in jungen Jahren einsteigt, sichert sich den niedrigen Beitrag dauerhaft und „friert“ seinen Gesundheitszustand ein. Zudem bieten viele Versicherer spezielle Einsteigertarife an, die anfangs sehr günstig sind und erst später im Beitrag steigen, wenn das erste volle Gehalt fließt. Ein Student, der sich heute absichert, hat den Schutz für sein gesamtes künftiges Berufsleben bereits in der Tasche.

Kosten und Finanzierung: Was darf Sicherheit kosten?

Natürlich ist ein hochwertiger Berufsunfähigkeitsschutz nicht umsonst. Die Beiträge richten sich nach deinem Eintrittsalter, deinem Beruf, der Höhe der gewünschten Rente, der Laufzeit und deinem Gesundheitszustand. Viele Menschen fragen sich, wie viel sie investieren sollten. Eine Faustformel besagt, dass etwa 5 bis 10 Prozent des Nettoeinkommens für die Absicherung der Arbeitskraft und die Altersvorsorge eingeplant werden sollten.

Wichtig ist, dass du die Rente nicht zu niedrig ansetzt. Eine BU-Rente von 500 Euro hilft dir im Ernstfall kaum weiter, da sie auf staatliche Leistungen angerechnet würde. Dein Ziel sollte es sein, etwa 60 bis 80 Prozent deines aktuellen Nettoeinkommens abzusichern. Nur so kannst du deine Fixkosten wirklich decken. Denke daran: Die Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung können als Vorsorgeaufwendungen steuerlich geltend gemacht werden, was die effektive Belastung senkt.

Netto-Beitrag vs. Brutto-Beitrag

Wenn du ein Angebot liest, wirst du oft zwei Preise sehen: den Netto-Beitrag (Zahlbeitrag) und den Brutto-Beitrag (Tarifbeitrag). Die Versicherer erwirtschaften Überschüsse. Diese werden in der Regel sofort mit dem Brutto-Beitrag verrechnet, sodass du nur den niedrigeren Netto-Beitrag zahlst. Der Brutto-Beitrag ist jedoch die Obergrenze, bis zu der der Versicherer den Preis anheben könnte, falls die Überschüsse sinken. Achte beim Vergleich darauf, dass die Spanne zwischen Netto und Brutto nicht zu groß ist – das spricht für eine solide Kalkulation des Versicherers.

Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung: Wenn es anders nicht geht

Manchmal ist ein klassischer Berufsunfähigkeitsschutz nicht erreichbar – sei es wegen schwerer Vorerkrankungen, eines extrem risikoreichen Berufs oder weil das Budget schlicht zu knapp ist. In solchen Fällen ist es besser, eine alternative Absicherung zu wählen, als gar keinen Schutz zu haben. Es gibt mehrere Konzepte, die zwar nicht so umfassend wie eine BU sind, aber dennoch wichtige Teilbereiche abdecken.

Diese Alternativen greifen oft erst bei schwereren Beeinträchtigungen oder ganz spezifischen Diagnosen. Sie sind daher kein vollwertiger Ersatz, aber ein wertvoller Rettungsanker für alle, denen der Zugang zur BU verwehrt bleibt. Hier sind die gängigsten Modelle.

Grundfähigkeitsversicherung

Dieser Schutz zahlt eine Rente, wenn du bestimmte grundlegende Fähigkeiten verlierst – zum Beispiel Gehen, Stehen, Treppensteigen, Sehen, Sprechen oder die Nutzung der Hände. Ob du dabei noch arbeiten kannst oder nicht, spielt keine Rolle. Da die Kriterien sehr klar definiert sind (z. B. „kann keine 400 Meter mehr ohne Pause gehen“), gibt es im Leistungsfall oft weniger Streitpotenzial als bei der BU. Besonders für Handwerker ist dies eine oft gewählte und bezahlbare Alternative.

Dread-Disease-Versicherung (Schwere Krankheiten)

Im Gegensatz zu einer monatlichen Rente zahlt die Dread-Disease-Versicherung eine einmalige Kapitalleistung beim Eintritt einer schweren Krankheit wie Krebs, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Dieses Geld kannst du nutzen, um Kredite zu tilgen, dein Haus umzubauen oder Spezialtherapien zu finanzieren. Es ist eine hervorragende Ergänzung oder Alternative, wenn es darum geht, die finanziellen Schocks einer schweren Diagnose abzufedern.

Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU)

Die EU ist die „kleine Schwester“ der BU. Sie leistet nur dann, wenn du gar keinen Beruf auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt mehr ausüben kannst (ähnlich wie die staatliche Rente). Sie ist deutlich günstiger und die Gesundheitsfragen sind oft etwas weniger streng. Wenn eine BU aufgrund des Berufs (z. B. Artist oder Extremsportler) unbezahlbar ist, bietet die EU zumindest einen Schutz vor dem kompletten sozialen Absturz.

Der psychologische Aspekt: Sicherheit macht frei

Jenseits aller Zahlen und Klauseln gibt es eine emotionale Komponente, die oft unterschätzt wird: das Gefühl von Freiheit. Wenn du weißt, dass deine Existenz und die deiner Familie abgesichert ist, lebst du unbeschwerter. Du kannst mutiger in deiner Karriere agieren, du kannst Herausforderungen gelassener begegnen, weil das Schreckgespenst des finanziellen Ruins seinen Schrecken verloren hat.

Vorsorge ist ein Akt der Selbstachtung. Du sagst damit: „Meine Arbeit, mein Leben und meine Träume sind es wert, geschützt zu werden.“ Ein guter Berufsunfähigkeitsschutz ist wie ein unsichtbarer Begleiter, der dir den Rücken freihält. Er erlaubt es dir, dich auf das zu konzentrieren, was wirklich zählt: dein Leben im Hier und Jetzt zu genießen, in dem Wissen, dass für das Morgen gesorgt ist.

FAQ: Häufige Fragen zum Berufsunfähigkeitsschutz

Was ist der Unterschied zwischen Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit?

Berufsunfähigkeit bezieht sich immer auf deinen konkret ausgeübten Beruf. Kannst du diesen zu 50 Prozent nicht mehr ausüben, zahlt die Versicherung. Erwerbsunfähigkeit ist viel weiter gefasst: Du giltst erst dann als erwerbsunfähig, wenn du überhaupt keine Tätigkeit mehr am Arbeitsmarkt verrichten kannst, egal welche. Die Hürden für eine Leistung sind bei der Erwerbsunfähigkeit also deutlich höher.

Reicht die gesetzliche Absicherung wirklich nicht aus?

Für die allermeisten Menschen: Nein. Die staatliche Erwerbsminderungsrente ist eine Basisabsicherung auf sehr niedrigem Niveau. Wer nach 1961 geboren wurde, erhält nur dann die volle Rente, wenn er weniger als drei Stunden am Tag arbeiten kann – und zwar in irgendeinem Job. Die durchschnittliche Höhe liegt bei ca. 800 bis 900 Euro im Monat. Damit lässt sich in Deutschland kaum ein Lebensstandard halten, geschweige denn eine Familie ernähren.

Wann sollte ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen?

Die Antwort lautet immer: Jetzt. Je jünger und gesünder du bist, desto niedriger sind die Beiträge und desto einfacher ist die Gesundheitsprüfung. Mit jedem Jahr, das du wartest, steigt das Risiko, dass Vorerkrankungen dazukommen, die den Abschluss erschweren oder verteuern. Viele schließen eine BU bereits für ihre Kinder ab oder während des Studiums/der Ausbildung.

Wie hoch sollte die versicherte monatliche Rente sein?

Du solltest versuchen, etwa 60 bis 80 Prozent deines aktuellen Nettoeinkommens abzusichern. Ein wichtiger Richtwert ist, dass die Rente hoch genug sein muss, um deine Fixkosten (Miete/Kredit, Versicherungen, Lebensmittel) zu decken und gleichzeitig noch einen kleinen Betrag für die weitere Altersvorsorge übrig zu lassen. Renten unter 1.000 Euro sind oft nicht sinnvoll, da sie im Ernstfall mit staatlichen Hilfen verrechnet werden könnten.

Sind psychische Erkrankungen mitversichert?

In modernen, hochwertigen Tarifen sind psychische Erkrankungen voll mitversichert. Da sie heute die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit sind, ist dies ein essenzieller Bestandteil des Schutzes. Vorsicht ist nur geboten, wenn du bereits wegen psychischer Probleme in Behandlung warst oder bist – hier kann der Versicherer diesen Bereich vom Schutz ausschließen oder den Antrag ablehnen.

Was passiert, wenn ich meinen Beruf wechsle?

In der Regel gilt bei guten Verträgen: Einmal versichert, immer versichert. Wenn du bei Abschluss als Handwerker eingestuft wurdest und später in ein Büro wechselst, musst du das der Versicherung nicht melden – dein Schutz bleibt bestehen. Wechselst du jedoch von einem Bürojob in einen risikoreicheren Beruf, bist du ebenfalls weiterhin zu den alten Konditionen geschützt. Bei manchen Versicherern kannst du bei einem Wechsel in einen „sichereren“ Beruf sogar eine Senkung deines Beitrags beantragen.

Muss ich die Berufsunfähigkeitsrente versteuern?

Ja, Berufsunfähigkeitsrenten unterliegen der Einkommensteuer, allerdings nur mit dem sogenannten Ertragsanteil. Dieser richtet sich nach der voraussichtlichen Dauer des Rentenbezugs. Da die meisten Empfänger während der Berufsunfähigkeit kein anderes hohes Einkommen haben, bleibt die tatsächliche Steuerlast aufgrund des Grundfreibetrags oft bei null oder ist sehr gering. Dennoch sollte man diesen Aspekt bei der Berechnung der Rentenhöhe im Hinterkopf behalten.

Wie lange sollte die Vertragslaufzeit gehen?

Idealerweise sollte der Schutz bis zum geplanten Renteneintrittsalter laufen, also meist bis 67 Jahre. Wer die Laufzeit verkürzt (z. B. nur bis 60), spart zwar Beiträge, geht aber ein hohes Risiko ein. Gerade in den Jahren vor der Rente ist das Risiko einer Berufsunfähigkeit statistisch am höchsten. Wenn die Versicherung mit 60 endet, aber die Rente erst mit 67 beginnt, klafft eine siebenjährige Lücke, die finanziell kaum zu schließen ist.

Was passiert, wenn ich vorübergehend arbeitslos werde?

Deine Berufsunfähigkeitsversicherung bleibt auch während der Arbeitslosigkeit bestehen, solange du die Beiträge zahlst. Viele Versicherer bieten bei Arbeitslosigkeit Möglichkeiten zur Überbrückung an, wie eine vorübergehende Beitragsfreistellung oder Stundung. Wichtig ist, dass du den Vertrag nicht voreilig kündigst, da du bei einem späteren Neuabschluss wieder eine Gesundheitsprüfung durchlaufen müsstest.

Zahlt die Versicherung auch bei Berufsunfähigkeit im Ausland?

Gute Tarife bieten weltweiten Versicherungsschutz. Es spielt keine Rolle, ob du in Deutschland, im EU-Ausland oder weltweit berufsunfähig wirst. Auch wenn du deinen Wohnsitz dauerhaft ins Ausland verlegst, bleibt der Schutz bestehen. Wichtig ist jedoch, die Bedingungen genau zu prüfen, wie im Ernstfall die medizinische Nachprüfung im Ausland organisiert wird.

Kann ich die Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen?

Ja, du kannst den Vertrag in der Regel mit einer Frist zum Ende des Versicherungsjahres oder der Zahlungsperiode kündigen. Allerdings ist das selten ratsam. Da die Berufsunfähigkeitsversicherung eine Risikoabsicherung ist, erhältst du bei Kündigung kein Geld zurück (es sei denn, es handelt sich um eine Kombination mit einer Lebensversicherung). Dein Schutz erlischt sofort, und ein späterer Wiedereinstieg ist nur mit neuer Gesundheitsprüfung und zu höheren Beiträgen möglich.

Was ist der Unterschied zwischen „gelber Schein“ und Berufsunfähigkeit?

Ein „gelber Schein“ bedeutet Arbeitsunfähigkeit (AU). Das ist ein vorübergehender Zustand, in dem du krankgeschrieben bist, aber man davon ausgeht, dass du wieder gesund wirst. Berufsunfähigkeit (BU) ist ein dauerhafter Zustand (mindestens 6 Monate). Einige Top-Tarife bieten eine sogenannte „AU-Klausel“: Sie zahlen die BU-Rente bereits dann, wenn du für mindestens sechs Monate durchgehend krankgeschrieben bist, auch wenn noch nicht feststeht, ob du dauerhaft berufsunfähig bleibst. Dies beschleunigt die Auszahlung enorm.