Gemeinsam in die Zukunft: Die optimale Vorsorge für dein Leben als Ehepaar

Der Moment, in dem ihr euch das Ja-Wort gebt, ist der Beginn eines neuen, aufregenden Kapitels voller gemeinsamer Träume und Pläne. Eine kluge Vorsorge ist das unsichtbare Band, das eure Liebe absichert und dafür sorgt, dass ihr eure gemeinsame Reise mit einem tiefen Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit antreten könnt.

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Die Heirat als Meilenstein eurer persönlichen Absicherung

Eine Hochzeit ist weit mehr als nur ein wunderschönes Fest mit Familie und Freunden. Sie ist ein rechtlicher Akt, der eure Beziehung auf ein neues Fundament stellt. Mit dem Ja-Wort geht ihr eine Lebensgemeinschaft ein, die vom Gesetzgeber besonders geschützt, aber auch mit bestimmten Pflichten verbunden ist. In dieser neuen Lebensphase ist es essenziell, sich nicht nur über die Farbe der Servietten Gedanken zu machen, sondern auch darüber, wie ihr euch gegenseitig für alle Eventualitäten des Lebens absichert.

Viele Paare scheuen sich davor, direkt nach der Hochzeit über Themen wie Versicherungen, Steuern oder gar einen Ehevertrag zu sprechen. Doch genau diese Gespräche sind ein Zeichen von Reife und tiefer Fürsorge. Indem ihr heute klare Strukturen schafft, nehmt ihr potenziellen Stress aus der Zukunft. Ihr baut euch ein Nest, das nicht nur gemütlich ist, sondern auch sturmfest. Es geht darum, eure gemeinsame finanzielle Freiheit zu planen und sicherzustellen, dass im Falle eines Schicksalsschlags der Partner nicht vor dem Ruin steht. Wir bei Vorsorge-Know-How.de zeigen dir, wie du dieses Thema mit Leichtigkeit und Seriosität angehen kannst.

In den folgenden Abschnitten führen wir dich durch den Dschungel der Möglichkeiten. Von steuerlichen Vorteilen, die euch mehr Geld für eure Träume lassen, bis hin zu rechtlichen Regelungen, die im Ernstfall eure Handlungsfähigkeit bewahren. Die Vorsorge nach der Heirat ist kein notwendiges Übel, sondern eine inspirierende Chance, eure gemeinsame Zukunft aktiv und selbstbestimmt zu gestalten.

Der Ehevertrag: Warum er ein Akt der Liebe ist

Das Wort Ehevertrag klingt für viele unromantisch und nach Misstrauen. Doch das Gegenteil ist der Fall. Ein Ehevertrag ist eine individuelle Liebeserklärung an eure gemeinsame Zukunft. Er bietet euch die Möglichkeit, die gesetzlichen Standardregelungen an eure ganz persönliche Lebenssituation anzupassen. Besonders wenn einer von euch selbstständig ist, Immobilien mit in die Ehe bringt oder ihr plant, dass ein Partner für die Erziehung der Kinder beruflich kürzertritt, ist ein Vertrag Gold wert.

Ohne Ehevertrag lebt ihr im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Das bedeutet kurz gesagt, dass das Vermögen, das ihr während der Ehe erwirtschaftet, im Falle einer Scheidung geteilt wird. Das klingt fair, passt aber nicht zu jedem Lebensmodell. Mit einem Vertrag könnt ihr modifizierte Regelungen treffen, die sowohl im Falle einer Trennung als auch im Todesfall für Klarheit sorgen. Es geht darum, Verantwortung zu übernehmen und den Partner davor zu schützen, in komplizierte rechtliche Auseinandersetzungen verwickelt zu werden.

Güterstände und ihre Bedeutung

Es gibt in Deutschland drei primäre Güterstände, zwischen denen ihr wählen könnt. Jeder hat seine Vor- und Nachteile, die ihr basierend auf eurer finanziellen Ausgangslage bewerten solltet:

  • Zugewinngemeinschaft: Der gesetzliche Standard. Vermögen bleibt getrennt, aber der Zuwachs während der Ehe wird bei Beendigung ausgeglichen.
  • Gütertrennung: Hier findet auch bei einer Scheidung kein Ausgleich des Zugewinns statt. Dies muss notariell vereinbart werden.
  • Gütergemeinschaft: Das gesamte Vermögen beider Partner wird zu einem gemeinschaftlichen Vermögen. Dies ist heute eher selten und erfordert eine genaue Abwägung.

Ein gut gestalteter Ehevertrag kann auch Regelungen zum Nachehelichen Unterhalt oder zum Versorgungsausgleich (den Rentenpunkten) enthalten. Wenn ihr diese Themen besprecht, solange ihr euch liebt und respektiert, findet ihr Lösungen, die für beide Seiten fair sind. Das gibt euch die Sicherheit, dass keiner von euch jemals in eine existenzielle Notlage gerät.

Steuerliche Vorteile: Mehr Netto für eure Träume

Einer der unmittelbarsten Vorteile einer Heirat ist die Veränderung eurer steuerlichen Situation. Der Staat belohnt die Ehe durch das sogenannte Ehegattensplitting. Das kann besonders dann zu einer spürbaren Entlastung führen, wenn ihr unterschiedlich viel verdient. Durch die richtige Wahl der Steuerklassen könnt ihr euer monatliches Haushaltseinkommen optimieren und so mehr Geld für gemeinsame Investitionen oder den nächsten Urlaub zur Verfügung haben.

Nach der Hochzeit werdet ihr vom Finanzamt automatisch in die Steuerklassenkombination 4 und 4 eingestuft. Das ist sinnvoll, wenn ihr in etwa gleich viel verdient. Gibt es jedoch ein deutliches Einkommensgefälle, lohnt sich oft der Wechsel in die Kombination 3 und 5. Hierbei zahlt der Besserverdienende deutlich weniger Steuern, während der Partner mit dem geringeren Einkommen höhere Abzüge hat. In der Summe bleibt jedoch oft mehr übrig.

Die Steuerklassenkombinationen im Überblick

Kombination Wann ist sie sinnvoll? Vorteile
Steuerklasse 4 / 4 Beide Partner verdienen in etwa gleich viel. Keine Nachzahlungen zu erwarten, faire Verteilung der Steuerlast.
Steuerklasse 3 / 5 Ein Partner verdient deutlich mehr (ca. 60/40 Regel). Höheres monatliches Netto für den Hauptverdiener.
Steuerklasse 4 / 4 mit Faktor Bei Gehaltsunterschieden, wenn man Nachzahlungen vermeiden will. Präzise Verteilung der Steuerlast über das Jahr verteilt.

Seit kurzem gibt es Bestrebungen der Politik, die Steuerklassen 3 und 5 abzuschaffen und durch das Faktorverfahren zu ersetzen. Unabhängig von diesen Änderungen bleibt das Prinzip des Ehegattensplitting bei der jährlichen Einkommensteuererklärung bestehen. Es lohnt sich also in jedem Fall, eine gemeinsame Steuererklärung abzugeben, um von den Freibeträgen des Partners zu profitieren, falls dieser sie nicht voll ausschöpft.

Versicherungen nach der Hochzeit: Schutz optimieren und Geld sparen

Die Heirat ist der perfekte Zeitpunkt für einen Versicherungs-Check. Viele Policen, die ihr bisher einzeln geführt habt, können nun zusammengelegt werden. Das spart nicht nur bares Geld, sondern reduziert auch den bürokratischen Aufwand. Zudem ergeben sich durch den Familienstatus oft günstigere Tarife oder bessere Leistungen.

Ein Klassiker ist die Privathaftpflichtversicherung. Ehepaare benötigen nur noch einen Vertrag. Der Partner, der den jüngeren oder teureren Vertrag hat, kann diesen meist mit Verweis auf die Heirat kündigen und wird in den Vertrag des anderen aufgenommen. Ähnliches gilt für die Rechtsschutzversicherung oder die Hausratversicherung. Achtet dabei jedoch darauf, dass die Deckungssummen an euren neuen, gemeinsamen Lebensstandard angepasst werden. Ein gemeinsamer Haushalt enthält oft mehr Werte als zwei Single-Wohnungen.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung als existenzieller Anker

Während man als Single oft nur für sich selbst verantwortlich ist, ändert sich dies mit der Ehe. Wenn dein Partner auf dein Einkommen angewiesen ist, wird die Absicherung deiner Arbeitskraft zur Priorität. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) sorgt dafür, dass ihr euren Lebensstandard halten könnt, auch wenn du aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls nicht mehr arbeiten kannst. Es ist ein Akt der Solidarität, dafür zu sorgen, dass man dem Partner in einer Krisenzeit nicht zur finanziellen Last fällt.

Prüfe bei bestehenden Verträgen, ob es eine sogenannte Nachversicherungsgarantie gibt. Viele Versicherer erlauben es, die Versicherungssumme nach einer Heirat ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen. Das ist eine hervorragende Gelegenheit, den Schutz unkompliziert an die neue Lebenssituation anzupassen. Denke daran: Je früher man eine BU abschließt, desto günstiger sind die Beiträge.

Risikolebensversicherung: Die Absicherung für den schlimmsten Fall

Niemand spricht am Hochzeitstag gerne über den Tod, aber eine Risikolebensversicherung ist für Ehepaare ein absolutes Muss, besonders wenn Immobilienkredite im Spiel sind oder Nachwuchs geplant ist. Sie stellt sicher, dass der Hinterbliebene finanziell versorgt ist und beispielsweise das gemeinsame Haus behalten kann. Eine Besonderheit für Eheleute ist die sogenannte Über-Kreuz-Versicherung. Hierbei versichert Partner A das Leben von Partner B und umgekehrt. Der Vorteil: Im Leistungsfall fällt keine Erbschaftsteuer auf die Versicherungssumme an, da der überlebende Partner selbst der Versicherungsnehmer ist.

Gemeinsame Finanzen: Vertrauen und Struktur

Geld ist in vielen Ehen ein Streitthema. Um das zu vermeiden, solltet ihr frühzeitig entscheiden, wie ihr eure Finanzen organisieren wollt. Es gibt kein Richtig oder Falsch, nur das, was zu euch passt. Viele Paare entscheiden sich für das Drei-Konten-Modell. Dabei behält jeder sein eigenes Konto für persönliche Ausgaben, und ein gemeinsames Konto wird für alle Fixkosten wie Miete, Lebensmittel und Versicherungen genutzt. Das erhält ein Stück Freiheit und sorgt gleichzeitig für Transparenz bei den gemeinsamen Kosten.

Vorsorge bedeutet auch, gemeinsam Vermögen aufzubauen. Nutzt die Vorteile gemeinsamer Sparziele. Ob es das Eigenheim ist oder die private Altersvorsorge – gemeinsam erreicht ihr eure Ziele oft schneller. Achtet darauf, dass Freistellungsaufträge für Kapitalerträge nun gemeinsam gestellt werden können. Für Ehepaare verdoppelt sich der Sparerpauschbetrag, was eure Kapitalanlagen steuerlich attraktiver macht.

Anlagestrategien für Ehepaare

  • Gemeinsames Depot: Ein Depot auf beide Namen für den langfristigen Vermögensaufbau mit ETFs oder Aktien.
  • Bausparverträge: Wenn Wohneigentum geplant ist, können staatliche Förderungen oft für beide Partner genutzt werden.
  • Tagesgeld als Notgroschen: Ein Puffer für unvorhergesehene Ausgaben wie Reparaturen oder Neuanschaffungen.

Wichtig ist, dass ihr euch regelmäßig über eure Finanzen austauscht. Ein kurzer Finanz-Check einmal im Quartal hilft dabei, die Ziele im Auge zu behalten und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen. Transparenz schafft Vertrauen und verhindert böse Überraschungen.

Rechtliche Handlungsfähigkeit: Vollmachten und Verfügungen

Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass Ehepartner im Notfall automatisch alles füreinander entscheiden dürfen. Das stimmt so nicht ganz. Zwar gibt es seit 2023 das Notvertretungsrecht für Ehegatten in Gesundheitsangelegenheiten, dieses ist jedoch zeitlich auf sechs Monate begrenzt und umfasst nicht alle Lebensbereiche. Um wirklich sicherzugehen, dass dein Partner für dich sprechen kann, wenn du es nicht mehr kannst, sind schriftliche Vollmachten unerlässlich.

Eine Vorsorgevollmacht ist hierbei das zentrale Dokument. Damit bevollmächtigst du deinen Partner, dich in rechtlichen, finanziellen und persönlichen Angelegenheiten zu vertreten. Ohne eine solche Vollmacht müsste im Ernstfall ein Betreuungsgericht einen gesetzlichen Betreuer bestellen – was oft mit viel Bürokratie und fremden Entscheidungen verbunden ist. Kombiniert mit einer Patientenverfügung, in der du deine medizinischen Wünsche festhältst, stellst du sicher, dass dein Partner in deinem Sinne handeln kann.

Der Notfallordner für Ehepaare

Stell dir vor, es passiert etwas Unerwartetes. Weiß dein Partner, wo die wichtigen Dokumente liegen? Ein gemeinsamer Notfallordner ist ein wertvolles Instrument der Vorsorge. Er sollte alle wichtigen Unterlagen in Kopie oder Original enthalten:

  • Heiratsurkunde und Familienstammbuch
  • Versicherungspolicen und Kontaktpersonen
  • Bankunterlagen und Depotübersichten
  • Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen
  • Zugangsdaten für wichtige digitale Konten (Digitaler Nachlass)

Diesen Ordner an einem zentralen Ort aufzubewahren, gibt euch beiden das beruhigende Gefühl, im Ernstfall handlungsfähig zu sein. Es reduziert den Stress in einer ohnehin schon belastenden Situation enorm.

Gesundheit und Pflege: Gemeinsam durch schwere Zeiten

Zur Vorsorge gehört auch der Blick auf die Gesundheit. Viele gesetzliche Krankenkassen bieten für Ehepartner attraktive Bonusprogramme oder Zusatzleistungen an. Wenn ein Partner kein eigenes Einkommen hat, ist die beitragsfreie Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse ein großer finanzieller Vorteil. Doch auch über die Basisversorgung hinaus solltet ihr denken.

Pflegebedürftigkeit ist kein Thema nur für das Alter. Ein schwerer Unfall kann das Leben von heute auf morgen verändern. Eine private Pflegezusatzversicherung schützt das mühsam aufgebaute Vermögen und sorgt dafür, dass der Partner nicht die gesamte Pflegeleistung allein schultern muss oder finanziell ausgeblutet wird. Es ist ein Akt der Selbstlosigkeit, für den eigenen Pflegefall vorzusorgen, um den Partner zu entlasten.

Die Bedeutung von Krankenzusatzversicherungen

Je nach euren persönlichen Bedürfnissen können Zusatzversicherungen sinnvoll sein. Ob eine Zahnzusatzversicherung, die Behandlung im Einbettzimmer oder die Wahl des Chefarztes im Krankenhaus – diese Leistungen erhöhen den Komfort und die Qualität der medizinischen Versorgung. Für frisch Vermählte kann auch eine Auslandsreisekrankenversicherung wichtig sein, besonders wenn die Flitterwochen in ferne Länder führen. Diese ist oft sehr günstig und schützt vor enormen Kosten bei einem medizinischen Notfall im Ausland.

Wohnen und Eigentum: Das gemeinsame Nest absichern

Ob Mietwohnung oder Eigenheim – euer Zuhause ist der Mittelpunkt eures gemeinsamen Lebens. Wenn ihr nach der Hochzeit eine neue Wohnung bezieht oder ein Haus baut, verändern sich eure Bedürfnisse an den Versicherungsschutz. Die Hausratversicherung sollte, wie bereits erwähnt, beide Partner und den gesamten gemeinsamen Besitz abdecken. Prüft dabei auch den Schutz gegen Elementarschäden, da Extremwetterereignisse zunehmen.

Beim Kauf einer Immobilie solltet ihr darauf achten, wie ihr im Grundbuch eingetragen werdet. In der Regel werden beide Partner zu gleichen Teilen eingetragen. Dies hat Auswirkungen auf die Erbschaftsteuer und die Absicherung im Todesfall. Eine Risikolebensversicherung, die exakt auf die Restschuld des Kredits abgestimmt ist (fallende Versicherungssumme), ist hierbei die effizienteste Methode, um das Heim für den Partner zu sichern.

Checkliste: Wohnen nach der Heirat

  • Namen an Klingel und Briefkasten anpassen.
  • Vermieter über die Heirat informieren (falls ein Partner neu einzieht).
  • Hausratversicherung zusammenlegen und Deckungssumme prüfen.
  • Wohngebäudeversicherung prüfen (bei Eigentum).
  • Kreditverträge auf den neuen Namen aktualisieren lassen.

Altersvorsorge: Gemeinsam den Ruhestand planen

Die staatliche Rente allein wird für die meisten nicht ausreichen, um den Lebensstandard im Alter zu halten. Ehepaare haben hier jedoch vielfältige Möglichkeiten, sich gegenseitig zu stützen. Das Prinzip der Rentenpunkte sorgt dafür, dass bei einer Scheidung ein Ausgleich stattfindet, aber viel wichtiger ist die gemeinsame Planung für den Fall, dass ihr glücklich bis ins hohe Alter zusammenbleibt.

Private Rentenversicherungen oder betriebliche Altersvorsorgen sollten aufeinander abgestimmt werden. Wenn einer von euch aufgrund der Kindererziehung Pausen im Erwerbsleben hat, sollte der andere Partner dies durch zusätzliche private Vorsorge für den Partner ausgleichen. Die Riester-Rente bietet beispielsweise für Ehepaare Vorteile: Wenn nur einer förderberechtigt ist, kann der andere Partner über einen sogenannten Anhängselvertrag ebenfalls die staatlichen Zulagen erhalten.

Die Hinterbliebenenrente: Ein wichtiger Baustein

Durch die Heirat erwerbt ihr Anspruch auf die gesetzliche Witwen- oder Witwerrente. Dies ist ein wesentlicher Teil der sozialen Absicherung. Es gibt die kleine und die große Witwenrente, abhängig vom Alter des Hinterbliebenen und davon, ob Kinder erzogen werden. Dennoch sollte man sich nicht allein darauf verlassen, da die Rentenhöhe oft deutlich unter dem vorherigen Einkommen liegt. Private Vorsorge bleibt unerlässlich, um die Versorgungslücke zu schließen.

Digitaler Nachlass: Vorsorge in der modernen Welt

In unserer digitalen Zeit gehören auch Passwörter, Social-Media-Accounts und Abonnements zur Vorsorge. Was passiert mit deinem Instagram-Account, deinem E-Mail-Postfach oder deinen Krypto-Beständen, wenn du nicht mehr da bist? Ehepaare sollten sich gegenseitig Zugang zu diesen digitalen Welten verschaffen.

Ein Passwort-Manager, bei dem ein Notfallzugriff für den Partner eingerichtet ist, ist die eleganteste Lösung. Alternativ kann eine Liste mit den wichtigsten Accounts im Notfallordner hinterlegt werden. Denkt auch an laufende Abos (Streaming-Dienste, Software), die im Ernstfall schnell gekündigt werden müssen, um unnötige Kosten zu vermeiden. Die Regelung des digitalen Nachlasses ist ein moderner Aspekt der Fürsorge, der oft unterschätzt wird.

FAQ: Häufige Fragen zur Vorsorge bei Heirat

Müssen wir sofort nach der Hochzeit unsere Versicherungen ändern?

Es gibt keine gesetzliche Frist, aber es ist ratsam, dies zeitnah zu tun. Viele Versicherer erlauben die Zusammenlegung von Verträgen mit einer Kündigungsfrist von wenigen Wochen nach der Heirat. Je schneller ihr handelt, desto eher spart ihr Beiträge und vermeidet Doppelversicherungen. Besonders bei der Haftpflichtversicherung solltet ihr nicht warten, da hier ein gemeinsamer Vertrag sofortigen Schutz für beide bietet.

Ist ein Ehevertrag wirklich notwendig, wenn wir uns vertrauen?

Vertrauen ist die Basis jeder Ehe, aber ein Ehevertrag ist eine sachliche Regelung für den Fall, dass das Leben andere Wege geht als geplant. Er schützt nicht nur vor Streit im Falle einer Scheidung, sondern kann auch im Erbfall oder bei einer Insolvenz eines Partners enorme Vorteile bieten. Er ist wie ein Sicherheitsgurt im Auto: Man hofft, ihn nie zu brauchen, aber im Ernstfall rettet er Existenzen.

Wie ändern wir unsere Steuerklassen und lohnt sich das immer?

Den Antrag auf Steuerklassenwechsel könnt ihr gemeinsam beim zuständigen Finanzamt stellen, oft geht das heute auch bequem online über ELSTER. Es lohnt sich vor allem dann, wenn die Einkommen deutlich auseinanderliegen. Verdient ihr fast gleich viel, ist die Kombination 4/4 meist die beste Wahl. Nutzt am besten einen Brutto-Netto-Rechner für Ehepaare, um die verschiedenen Szenarien durchzuspielen.

Was passiert mit meinen Schulden aus der Zeit vor der Ehe?

Ein weit verbreiteter Mythos ist, dass man automatisch für die Schulden des Partners haftet. Das stimmt nicht. Im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft bleiben die Vermögen und auch die Schulden getrennt. Du haftest nur für Schulden des Partners, wenn du den Kreditvertrag oder eine Bürgschaft mit unterschrieben hast. Dennoch können Schulden natürlich die gemeinsame Liquidität im Alltag belasten.

Können wir nach der Heirat ein gemeinsames Testament verfassen?

Ja, Ehepaare haben das Privileg, ein gemeinschaftliches Testament (oft als „Berliner Testament“ bekannt) zu verfassen. Dabei setzen sich die Ehepartner gegenseitig als Alleinerben ein. Das ist besonders wichtig, um den Partner abzusichern, bevor die Kinder oder andere Verwandte erben. Ein solches Testament kann handschriftlich verfasst oder notariell beurkundet werden. Es bietet eine hohe Sicherheit für den überlebenden Partner.

Was ist das Notvertretungsrecht für Ehegatten?

Seit dem 1. Januar 2023 dürfen Ehegatten in medizinischen Notsituationen für bis zu sechs Monate Entscheidungen für den Partner treffen, wenn dieser bewusstlos oder aufgrund einer Krankheit nicht handlungsfähig ist. Dies gilt für Untersuchungen, Behandlungen und ärztliche Eingriffe. Es ersetzt jedoch keine umfassende Vorsorgevollmacht, da es zeitlich begrenzt ist und keine finanziellen oder behördlichen Angelegenheiten abdeckt.

Wie sichern wir uns ab, wenn einer für die Kinder zu Hause bleibt?

Wenn ein Partner beruflich pausiert, sollte der berufstätige Partner aktiv zur Altersvorsorge des anderen beitragen. Das kann durch Einzahlungen in eine private Rentenversicherung oder einen ETF-Sparplan auf den Namen des nicht arbeitenden Partners geschehen. Zudem sollte im Falle einer Trennung im Ehevertrag geregelt sein, wie diese Zeit finanziell ausgeglichen wird (Unterhalt und Rentenausgleich), um Altersarmut zu verhindern.

Müssen wir unsere Banken über die Namensänderung informieren?

Ja, unbedingt. Sobald ihr eure neue Heiratsurkunde und einen neuen Personalausweis habt, solltet ihr alle Bankverbindungen aktualisieren. Das ist wichtig für die Korrespondenz, aber auch für die rechtliche Sicherheit bei Transaktionen. In diesem Zuge könnt ihr auch direkt überlegen, ob ihr gegenseitige Kontovollmachten einrichtet oder ein gemeinsames Konto eröffnen wollt.

Was passiert mit der Riester-Förderung nach der Heirat?

Durch die Heirat könnt ihr beide von der Riester-Förderung profitieren, selbst wenn nur einer von euch unmittelbar förderberechtigt ist (z.B. durch sozialversicherungspflichtige Beschäftigung). Der andere Partner wird zum „mittelbar Förderberechtigten“ und erhält bei einem eigenen Mindestbeitrag ebenfalls die volle staatliche Grundzulage sowie gegebenenfalls Kinderzulagen. Dies ist eine sehr attraktive Form der staatlich gestützten Altersvorsorge für Ehepaare.

Welche Unterlagen benötigen wir für den Versicherungs-Check?

Sammelt alle aktuellen Versicherungsscheine beider Partner. Achtet auf die Deckungssummen, die Laufzeiten und die versicherten Leistungen. Hilfreich ist es, eine einfache Tabelle zu erstellen: Wer ist wo versichert? Was kostet es? Welche Risiken sind abgedeckt? Mit dieser Übersicht könnt ihr zu einem Berater gehen oder selbst online vergleichen, welche Verträge zusammengelegt werden können.

Gibt es spezielle Absicherungen für die Hochzeitsfeier selbst?

Ja, es gibt Hochzeitsrücktrittsversicherungen. Diese springen ein, wenn die Feier aus schwerwiegenden Gründen (z.B. schwere Krankheit der Brautleute oder enger Verwandter) abgesagt oder verschoben werden muss. Angesichts der hohen Kosten, die eine Hochzeit heute verursachen kann, ist dies eine Überlegung wert, um nicht auf den Stornokosten für Location, Catering und Band sitzen zu bleiben.

Was ändert sich bei der gesetzlichen Erbfolge?

Durch die Heirat wird der Ehepartner automatisch zum gesetzlichen Erben. Die Höhe des Erbteils hängt davon ab, in welchem Güterstand ihr lebt und ob Kinder oder andere Verwandte vorhanden sind. In der Zugewinngemeinschaft erbt der Partner neben Kindern meist die Hälfte des Vermögens. Ohne Kinder und ohne lebende Eltern des Verstorbenen kann der Partner sogar Alleinerbe sein. Ein Testament schafft hier jedoch deutlich mehr Klarheit und Individualität.