Leben und arbeiten im Ausland - Vorsorgeplanung für Auswanderer

Immer mehr Bundesbürger kehren Deutschland den Rücken – für mehrere Jahre oder sogar für immer. Welche Auswirkungen hat dieser Schritt auf Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung, auf Riester-Rente und Rürup-Rente sowie auf private Lebensversicherungen?

 

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Goodbye Deutschland!

Immer mehr Menschen wandern aus

Ob Auf und davon oder Goodbye Deutschland – die privaten Fernsehsender haben das Thema Auswandern entdeckt. Verschiedene Doku-Soaps berichten über die Erlebnisse von Menschen, die Deutschland für immer verlassen wollen.


Häufig werden jedoch sehr exotische Szenarien vorgestellt oder die Protagonisten sind eher skurrile Typen. Sachliche Hintergrundinformationen fehlen in der Regel ganz. Hier einige Fakten, die im Fernsehen selten erwähnt werden:

Auf und davon!

Die Daten des Statistischen Bundesamts zeigen einen eindeutigen Trend: In knapp 20 Jahren stieg die Zahl der Deutschen, die das Land dauerhaft verlassen haben, um gut die Hälfte. Während im Jahr 1991 noch weniger als 100.000 Menschen ausgewandert sind, waren es 2009 knapp 155.000.

Aussteigen oder berufliche Chancen nutzen?

Im Gegensatz zu einem gängigen Klischee sind die wenigsten Auswanderer abenteuerlustige junge Menschen, die an einem Karibikstrand als Surflehrer arbeiten möchten, oder gescheiterte Existenzen, die am anderen Ende der Welt neu anfangen wollen.


Dem statistischen Bundesamt zufolge sind die drei derzeit beliebtesten Auswanderungsländer der Deutschen Polen, die USA und auf Platz 1 die Schweiz. Da die Eidgenossen vor kurzem einige Hürden auf dem Weg zur Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis – zumindest für Deutsche und bestimmte andere Nationalitäten – beseitigt haben, ist ein weiterer Anstieg zu erwarten. Auch unsere österreichischen Nachbarn sind seit einigen Jahren an deutsche Einwanderer gewöhnt.


Für die beliebtesten europäischen Ziele gilt genauso wie für den Dauerbrenner USA: Nur gut qualifizierte Einwanderungswillige haben eine echte Chance, die begehrten Dokumente zu bekommen. Diese Personen beziehen eine verlässliche Altersvorsorge in ihre Auswanderungspläne selbstverständlich mit ein.

Auswandern: Mehr als ein Umzug über die Grenze

Bei einer Auswanderung wird der Hauptwohnsitz dauerhaft verlagert. Der Gesetzgeber unterscheidet zudem zwischen Auswanderung und Entsendung: Bei einer Entsendung schickt ein Unternehmen seinen Mitarbeiter für eine im Voraus festgelegte Zeit ins Ausland.

Kurzdefinitionen Entsendung, Einstrahlung, Ausstrahlung

  • Entsendung: Der Arbeitnehmer begibt sich auf Weisung seines Arbeitgebers ins Ausland, um dort eine im Voraus zeitlich befristete Beschäftigung auszuüben. Eine Entsendung darf nicht länger als 12 Monate dauern und nur einmalig um weitere 12 Monate verlängert werden.


  • Einstrahlung: Deutsche Regelung, wonach ein Arbeitnehmer, der vorübergehend aus dem Ausland nach Deutschland entsandt wird, nicht der Versicherungspflicht in Deutschland unterliegt.


  • Ausstrahlung: Deutsche Regelung, wonach bei Entsendung von Deutschland ins Ausland weiterhin Versicherungspflicht in Deutschland besteht.

Erst- oder Zweitwohnsitz?

Bei vielen Bestimmungen ist entscheidend, wo sich der Hauptwohnsitz (= Erstwohnsitz) befindet. Verbringt zum Beispiel ein Rentner fünf Monate im Jahr in seiner Eigentumswohnung auf Teneriffa und den Rest des Jahres in Deutschland, gilt die deutsche Adresse als Erstwohnsitz. Wenn er sich mehr als sechs Monate im Ausland aufhält, wird Deutschland automatisch zu seinem Zweitwohnsitz.

 

Diese Einteilung kann entscheidend sein, etwa beim Bezug einer Riester-Rente. Seien Sie deshalb vorsichtig, wenn Sie im Inland und Ausland etwa gleich viel Zeit verbringen möchten.

Gastarbeiter und Expatriates

Laut einer gängigen Definition wird mit dem englischen Begriff Expatriate eine Person bezeichnet, die vorübergehend oder dauerhaft in einem fremden Land bzw. Kulturkreis lebt, ohne dort eine Einbürgerung anzustreben.


So werden beispielsweise häufig westliche Spezialisten genannt, die für einige Jahre in arabischen oder asiatischen Ländern arbeiten. Typischerweise wohnen sie in der Nachbarschaft von anderen (westlichen) Ausländern, schicken ihre Kinder auf internationale Schulen, sprechen die Landessprache wenig oder gar nicht und bleiben privat unter sich.


Ist das aber nicht eigentlich eine Definition von Gastarbeiter? Zyniker sagen: Ob eine Person Expatriate oder Gastarbeiter genannt wird, ist nur eine Frage des Standpunkts – wer vom Westen aus für einige Zeit zum Arbeiten ins Ausland geht, bezeichnet sich gerne als Expatriate, während Menschen, die aus den gleichen Beweggründen nach Deutschland kommen, Gastarbeiter sind.

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