Rürup-Rente

Die Rürup-Rente, auch Basisrente genannt, ist eine staatlich geförderte Rentenversicherung für alle Bürger. Gerade für Selbstständige und Freiberufler ist sie sehr interessant, um steuerbegünstigt fürs Alter vorzusorgen.

 

Zwei Vorteile sind für Selbstständige dabei besonders wichtig. Die Rürup-Rente ermöglicht es, Steuern in nennenswertem Umfang zu sparen. Darüber hinaus ist ein Insolvenzschutz integriert. Doch auch für Angestellte kann die Rürup-Rente eine attraktive Alternative oder Ergänzung darstellen.

 

Sie finden den kompletten Text und viele weitere Infos als PDF-Datei im Downloadcenter.

Basiswissen Rürup-Rente

Staatliche Förderung durch Steuerersparnis.

GettyImages

Die Rürup-Rente, auch Basisrente genannt, ist eine staatlich geförderte Rentenversicherung für alle Bürger. Benannt ist sie nach Prof. Dr. Dr. h.c. Bert Rürup, einem der Wirtschaftsweisen und Leiter der damaligen Sachverständigen-Kommission zur Neuordnung der Besteuerung von Altersvorsorgeaufwendungen und Alterseinkommen.


Eine Basisrente bildet – wie der Name schon sagt – eine verlässliche Grundlage für eine sichere Altersvorsorge, da der Versicherte lebenslang Leistungen erhält. Weitere Argumente für die Rürup-Rente sind beispielsweise ihre Flexibilität, da zusätzlich Sonderbeiträge gezahlt sowie die Dauer der Ansparphase und der Beginn der Auszahlungsphase ab dem 60. Lebensjahr individuell vereinbart werden können.

Die wichtigsten Merkmale

  • Jeder ist willkommen: Die Förderung der Rürup-Rente ist nicht auf bestimmte Personengruppen beschränkt.
  • Die Rürup-Rente wird über Steuerersparnis im Rahmen des Sonderausgabenabzugs gefördert.
  • Sie ist als Bestandteil der ersten Schicht des Drei-Schichten-Modells geschützt und damit aus Sicht des Staates der gesetzlichen Rentenversicherung gleichgestellt. Die Rürup-Rente kann ebenfalls nicht übertragen, beliehen, veräußert oder kapitalisiert werden – und ist damit in der Ansparphase sicher vor Pfändung sowie dem Zugriff durch die Agentur für Arbeit (= Hartz-IV-sicher), dem Sozialamt oder Gläubigern (= Insolvenzschutz).
  • Im Gegensatz zur Riester-Rente ist der monatliche Beitrag der Rürup-Rente nicht an das Einkommen gekoppelt. Es gibt keinen Mindestbeitrag für die Förderung.
  • Neben festen Grundbeiträgen können die Versicherten flexible Einzahlungsmöglichkeiten nutzen.
  • Die Rürup-Rente fordert keine lange Ansparphase, sondern kann durch hohe Beitragszahlungen innerhalb weniger Jahre aufgebaut werden – im Extremfall sogar durch eine Einmalzahlung kurz vor dem geplanten Rentenbeginn.
  • Wer bei Zahlungsschwierigkeiten auf die Beitragszahlung verzichten will oder muss, kann die Versicherung vorübergehend oder dauerhaft beitragsfrei stellen lassen. Bei Kündigung wird keine Leistung fällig, sie wirkt wie eine Beitragsfreistellung.
  • Die Auszahlung der Altersrente beginnt bei Rürup-Neuverträgen frühestens mit Vollendung des 62. Lebensjahrs.
  • In der Ruhestandsphase erhält der Versicherte eine monatliche lebenslange Rentenzahlung. Eine Kapitalauszahlung ist nicht möglich.

Mögliche Zusatzabsicherungen

  • Die Rürup-Rente kann durch Zusatzversicherungen ergänzt werden. Auf Wunsch umfasst sie auch Leistungen bei Erwerbsminderung bzw. Berufsunfähigkeit sowie die Absicherung des Ehepartners und/oder der Kinder bei Tod.
  • Alle Zusatzversicherungen dürfen zusammengenommen bis zu 49 Prozent des Gesamtbeitrags betragen.
  • Die Hinterbliebenen erhalten ihre Leistungen als Rentenzahlung. Eine Kapitalauszahlung ist nicht möglich.

Für wen ist die Rürup-Rente geeignet?

  • Die klassische Zielgruppe für die Rürup-Rente stellen Selbstständige und Freiberufler dar. Hintergrund: Dem Großteil der Selbstständigen steht keine andere staatlich geförderte Vorsorgemöglichkeit offen. Nur wenige Berufsgruppen (zum Beispiel Hebammen, Künstler, Landwirte) können als pflichtversicherte Selbstständige auch die Riester-Förderung nutzen.
  • Je nach persönlicher Situation (Steuerbelastung) eignet sich die Rürup-Rente auch für gut verdienende Angestellte, die ihre Riester-Rente und/oder betriebliche Alterversorgung ergänzen möchten.
  • Die Rürup-Rente ist außerdem für junge Leute interessant: Sie können während der langen Ansparzeit Steuervorteile ausschöpfen. Es gibt keinen Mindestbeitrag, so dass man bereits mit geringen Zahlungen einsteigen kann. Der wichtige Berufsunfähigkeitsschutz kann als Zusatzversicherung ergänzt werden.

Bekannte und weniger bekannte Zielgruppen der Rürup-Rente

  • Neben den bereits genannten Zielgruppen eignet sich die Rürup-Rente für alle, die ihre Beiträge für eine Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung steuerlich geltend machen wollen.
  • Rentennahe Jahrgänge können steuerbegünstigt ihre bereits bestehende Versorgung ergänzen. Außerdem bleibt für sie ein Großteil der Rente dauerhaft steuerfrei.
  • Der Abschluss eines Rürup-Vertrags ist auch für angehende Senioren und Rentner interessant: Die Rürup-Rente kann im Grenzfall wie eine Sofortrente gestaltet werden.

Stellt die Rürup-Rente eine Konkurrenz zur Riester-Rente dar?

  • Nein – die beiden Modelle der staatlichen Förderung bieten für verschiedene Zielgruppen jeweils andere Vorteile. Außerdem steht die Rürup-Rente allen offen, während die Riester-Förderung nur bestimmten Personenkreisen zugänglich ist.
  • Darüber hinaus können Angestellte die Rürup-Rente als Ergänzung zur Riester-Rente abschließen und somit beide Fördermodelle nutzen.

Was Sie sonst noch wissen sollten

  • Die Rürup-Rente ist als lebenslange monatliche Rente konzipiert und sieht keinerlei Ausnahmen vor – keine Teilkapitalisierung bei Rentenbeginn wie die Riester-Rente, keine Kapitalauszahlung im Todesfall an die Hinterbliebenen wie bei privaten Rentenversicherungen.
  • Über die Hinterbliebenenversorgung können nur Ehegatten berücksichtigt werden, nicht jedoch eingetragene Lebenspartner (Riester-Rente), Lebensgefährten oder andere nahe stehende Personen (private Rentenversicherung).
  • Für die Waisenrente können nur Kinder im Sinne des Einkommensteuergesetzes berücksichtigt werden (§32 EStG), längstens bis zum 25. Lebensjahr. Das ist bei der Riester-Rente genauso geregelt; nur private Rentenversicherungen bieten größere Flexibilität.
  • Die Rürup-Rente ähnelt in vielen Merkmalen der gesetzlichen Rentenversicherung. Ein wichtiger Unterschied liegt jedoch in der Hinterbliebenenversorgung: Während bei der gesetzlichen Rentenversicherung die Angehörigen bei Erfüllung bestimmter Kriterien automatisch berücksichtigt werden, muss bei der Rürup-Rente dieser Schutz ausdrücklich vereinbart und letztendlich über höhere Beiträge finanziert werden.

Nach oben